Donnerstag, 28. Februar 2013

Movember 2012 - Spendenüberreichung


Bei der Spendenübergabe in der Kardiologie des Kinderkrankenhauses Benjamín Bloom.

Im "Movember 2012" hatte ich wie bereits hier auf dem Blog geschrieben, fleißig Geld für das Hospital de los Niños Benjamín Bloom gesammelt. Im Februar war es endlich soweit. Ein Herzspezialist des Kinderkrankenhauses, mit dem ich schon seit November in Kontakt war, informierte mich Anfang Februar, wie mein Geld eingesetzt werden konnte. Für mich war wichtig, dass das Geld nicht einfach nur dem Kinderkrankenhaus "gutgeschrieben" wird, sondern ich genau sehen konnte wofür es verwendet wurde, deshalb verzögerte sich die Spendenübergabe auch bis in den Februar.

Zwei dieser teuren Pulsmessgeräte bezahlte ich direkt mit einem Teil der Spenden.

Nadine und ich trafen uns mit dem Herzspezialisten und er präsentierte uns die Pulsmessgeräte, die speziell für Kinder verschiedene Armmanschetten hatten, für alle Altersstufen von 0-15 Jahren. Von den Spendengeldern konnte das Krankenhaus zwei dieser teuren Geräte kaufen. Den Rest des Geldes spendeten wir der Herzabteilung des Krankenhauses über eine offizielle Spende. Insgesamt überreichte ich genau US 1000 Doller. 

Mit den Ärzten der Kardiologie bei der Übergabe der Spende

Zum Abschluss bekam ich sogar noch eine Audienz beim Subdirektor des Krankenhauses, da der Direktor gerade außer Haus war. Zusammen mit ihm machten wir ein weiteres Foto vor dem Foto von Benjamín Bloom, wo auch im Normalfall die offiziellen Fotos des Krankenhauses gemacht werden. Es war schön zu sehen, dass das Geld dort sinnvoll eingesetzt werden konnte und ich hoffe im kommenden Movember schaffe ich es noch ein wenig mehr Geld zusammenzubringen. In diesem Sinne noch einmal einen herzlichen Dank an alle MoBros und MoSistas, die diese Spende möglich gemacht haben und ganz besonders auch an meine beiden maßgeblich am Erfolg beteiligten MoAlphaBros Matze und Jonas!! 

Lang leben die Schnurrbärte!!! :-)

Mit dem Subdirektor und dem Herzspezialisten des Kinderkrankenhauses Benjamín Bloom.


Fortsetzung folgt im Movember 2013...


Donnerstag, 17. Januar 2013

Patagonien // Argentinien - Chile (Teil 7)

Fortsetzung zu "Patagonien // Argentinien - Chile Teil 6"
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Iguazú

Die letzte Etappe unserer Reise, waren die Wasserfälle von Iguazú, die direkt an der brasilianischen Grenze lagen und deren Nationalpark sich die beiden Länder teilen. 

"la garganta del diablo" (dt. Der Rachen des Teufels) - Das Highlight der Argentinischen Seite.

Beide Nationalparks bieten ein komplett unterschiedliches Erlebnis der Wasserfälle, wobei man es am kürzesten so zusammenfassen könnte: Argentiniens Seite - nah dran oder mittendrin; Brasiliens Seite - Panoramasicht. Detaillierter werde ich das ganze weiter unten beschreiben. Um von Buenos Aires nach Iguazú zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt den 24h Bus oder fliegt in 45 Minuten. Da für uns die Flüge mit dem LAN Southamerica Pass super günstig waren, flogen wir mal wieder und bezahlten für die Flüge sogar weit weniger, als der Bus gekostet hätte.


Tag 1: Argentinischer Nationalpark

Wasserfälle von Iguazú 

Das Klima in Iguazú ist recht tropisch, was nicht bedeutet, dass immer die Sonne scheint, sondern vor allem das es sehr heiß ist und die Luftfeuchtigkeit nahezu erdrückend ist. Die Tage vor unserer Ankunft hatte es wohl ordentlichst geregnet und wir sahen uns schon im Regen durch den Nationalpark waten. Doch endlich einmal hatte uns das Wetter keinen Streich gespielt und es war zwei Tage trocken, mit bester Sicht und strahlend blauem Himmel. 

Nadine genießt den Ausblick

Wir nahmen den ersten Bus in den Park auf der argentinischen Seite und gehörten somit zu den ersten Besuchern im Park. Als wir gerade die kleine Bahn besteigen wollten, die uns zum "Rachen des Teufels" brachte kam ein Arbeiter des Parks zu mir, der wohl meine Kamera gesehen hatte. Er meinte, wir sollen doch zuerst den unteren Rundweg machen, dort sei es gerade perfekt für Fotos. So entschieden wir uns für den unteren Rundweg. Der Tipp war Gold wert, denn nicht nur das Licht und der Stand der Sonne waren perfekt für Fotos, sondern wir waren zudem komplett allein auf diesem Rundweg, da alle anderen Besucher sich zuerst für den oberen Teil entschieden hatten.


Beim unteren Rundweg bekommt man die Wasserfälle meist recht nah geboten. Oft steht man direkt vor den Wasserfällen, wodurch die enorme Größe der Fälle erst richtig deutlich wird. Sucht einfach Nadine auf dem Foto unten und ihr seht wie riesig dieser Wasserfall ist. Zum anderen bekommt man die Wasserfälle aus vielen verschiedenen Perspektiven geboten und in unserem Fall war es besonders schön, alleine auf den Wegen entlang zu schlendern ohne Touristenmassen zu haben.

Nadine in Relation zu einem der Wassefälle



Nachdem das Boot zur kleinen Insel zwischen den Wasserfällen wohl an den vorherigen Tagen aufgrund des Regens nicht fahren konnte, hatten wir Glück, dass es wieder operierte und wir zudem die ersten waren, die an diesem Tag auf die Insel kamen. So standen wir fast alleine unter einem Regenbogen am Tag unseres fünfjährigen Jubiläums...


"Unter dem Regenbogen" - an diesem Tag waren wir genau 5 Jahre zusammen.

Punkvogel

Punk

Nach unserer Inselpause und dem abgeschlossenen unteren Rundweg gings weiter auf dem mittleren Rundweg, auf dem man meist direkt von oben die Wasserfälle hinunterschauen konnte oder über Brücken über sie hinweg lief. In der Ferne konnte man ab und zu schon einen Blick auf den "Rachen des Teufels - "la garganta del diablo" erhaschen.

Wasserfall von oben

Nasenbärenfamilie auf der Suche nach Touris...

Tukan etwas versteckt hoch oben im Baum.

Brasilianische Seite und Garganta del Diablo in der Ferne.

Der krönende Abschluss der argentinischen Seite erwartete uns dann nach einer kurzen "Zugfahrt" und einem kleinen Spaziergang. "La garganta del diablo", sah beim ersten Blick von oben noch recht unscheinbar und friedlich aus. Doch als wir dann auf der Plattform direkt darüber standen, war klar woher der Name rührte. 

Garganta del Diablo - "Rache des Teufels" noch recht unscheinbar aus der Ferne...

Die Größe des Teufelsrachens und das damit verbundene Getöse des herabstürzenden Wassers ist auf den Fotos nur schwer zum Ausdruck zu bringen. Das erste Bild dieses Posts schafft es zumindest die Größe ein wenig besser einzufangen, aber das Gefühl dort oben auf der Plattform zu vermitteln ist unmöglich. Alleine dieser Moment war der ganze Aufwand für nur zwei Tage Wasserfälle wert.

Der "Rachen des Teufels" aus der Nähe.

Früher konnte man einen lokalen Ruderbootfahrer mieten, der in seinem Bötchen dann bis an die Kante des "Teufelsrachens" fuhr, um einem eine noch bessere Sicht zu bieten. Man kann sich vorstellen, wie stark die Strömung des Wasserfalls dort oben sein mag und wie stark man rudern muss, um gegen die Strömung anzukommen... Es war also vorprogrammiert, dass dies nicht immer gut gehen konnte und so stürzte eines Tages ein Boot samt Ruderer und seinen teils deutschen Touristen in den Schlund des Teufels hinunter. Seitdem wurde dieses "kleine" Abenteuer aus dem Programm genommen... 


Tag 2: Brasilianischer Nationalpark

Am zweiten Tag stiegen wir früh morgens in den Bus, der uns über die Grenze zum brasilianischen Nationalpark der Wasserfälle brachte. Nach ein wenig hin- und her überlegen, ob es das wirklich wert war, entschieden wir uns dafür. Ob es das wert war haben wir für uns bis heute nicht ganz entschieden, aber vermutlich kann man gerade deshalb sagen, dass es sich wohl gelohnt hat, obwohl die argentinische Seite weit spektakulärer ist und sicher auch ein wenig entspannter. Größer Vorteil  - man bekommt eine perfekte Panoramasicht über die gesamten Fälle nur auf der brasilianischen Seite.

Panoramasicht über die Wasserfälle von der brasilianischen Seite aus.

Auf der brasilianischen Seite muss man sich nur recht spärlich bewegen. Man setzt sich in einen Bus, der einen an den Startpunkt eines zwei Meter breiten Weges bringt, auf dem so viele Menschen gleichzeitig gehen, dass es eher dem Anstehen an einer Achterbahn in einem Vergnügungspark gleicht.

"La garganta del diablo" von der brasilianischen Seite gesehen.

Ab und an gibt es dann eine kleine Aussichtsplattform, auf der man noch länger ansteht um ein kurzes Foto zu schießen, das man später in Ruhe betrachten kann, um den Moment ein wenig mehr zu genießen, als im "echten" Moment im Nationalpark.

Panoramaaufnahme der Wasserfälle

Der Höhepunkt ist eine Steg der zu einer Plattform direkt über dem Wasserfall führt. Um bis zur Plattform zu kommen (die es wirklich wert ist), steht man mindestens eine Stunde in der Schlange an. 

Das Highlight der brasilianischen Seite. Eine Plattform über den Wasserfällen.

Auf der Plattform selbst stand ich dann noch einmal mindesten 15 Minuten an um ein Foto von den Wasserfällen von dort zu machen. Wie schon geschrieben, die Sicht war natürlich einzigartig, aber entspannt ist etwas anderes...


Sicht von der Plattform in Richtung "Teufelsschlund".

Nachdem man also auf diesem Steg das Highlight der brasilianischen Seite hinter sich gebracht hatte, stellt man sich am Aufzug an, der einen nach oben bringt auf eine Aussichtsplattform, von der man die mit Abstand beste Sicht über die kompletten Wasserfälle auf den Seiten beider Länder geboten bekommt. Da von dort die Busse einen auch wieder zurück zum Eingang bringen, hatten wir hier die meiste Ruhe, die Wasserfälle zu genießen. Fazit ist also: Die Aussicht ist es wert, aber die argentinische Seite ist weit entspannter und natürlicher gestaltet.

Sicht von der höchstgelegensten Aussichtsplattform über die Wasserfälle.

Am Ende suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und warteten auf den Bus zurück nach Puerto de Iguazú. Dort gönnten wir uns ein leckeres selbstgekochtes Abendessen und flogen am nächsten Morgen zurück nach Buenos Aires.

Chillen im Schatten

Unseren letzten Tag verbrachten wir gemütlich in Buenos Aires. Wir spazierten durch ein paar Teile der Stadt, die wir noch nicht besucht hatten, chillten ein wenig im Botanischen Garten und besuchten am Abend noch eine Tangoshow mit Abendessen als Abschluss der Reise.

Tangoshow im "Café de los Angelitos" in Buenos Aires

Alles in allem war es eine schöne Reise mit vielen verschiedenen Eindrücken, die selbst durch das mäßige Wetter in Patagonien nicht getrübt werden konnte. Wenn man sich die Karte Argentiniens anschaut, haben wir nur einen mini kleinen Bruchteil des Landes bisher gesehen. Es gibt also noch viel zu entdecken, aber zuerst einmal stehen andere Länder auf unserem "Plan" und natürlich möchten wir auch unser letztes halbes Jahr in El Salvador noch ausgiebigst genießen...

Strand von El Salvador östlich von La Libertad aus der Luft.

Wer schon einmal nach El Salvador geflogen ist, weiß, dass der Landeanflug stets "ein wenig" wackelig ist. An diesem Tag im Januar hatten wir den verrücktesten Anflug bisher, bei dem das Flugzeug teilweise mehrere Meter absagte und vom starken Wind hin und her gewackelt wurde. Dafür hatten wir eine geniale Sicht auf die Schätze des Landes, wie man auf den Bildern hier sehen kann. Eine schöne Einstimmung auf das letzte halbe Jahr El Salvador!

Lago Ilopango mit Vulkanen im Hintergrund.



Ende "Patagonien // Argentinien - Chile"


Sonntag, 13. Januar 2013

Patagonien // Argentinien - Chile (Teil 6)

Fortsetzung zu "Patagonien // Argentinien - Chile Teil 5"
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Buenos Aires #2

Nationalkongress Buenos Aires mit Schleierwolken.

Nachdem wir den Großteil unserer Reise in Patagoniens Kälte verbracht hatten, kam uns die Hitze in Buenos Aires gerade recht. Wir kehrten zurück in unser kleines gemütliches Zimmer im Elefante Rosa, das wir jedem in Buenos Aires wirklich wärmstens ans Herz legen können. Von dort aus erkundeten wir in den folgenden Tagen die restlichen Teile der Stadt, für die wir in den ersten Tagen unserer Reise keine Zeit gehabt hatten.

Unser geniales Zimmer im Elefante Rosa 

Wir kamen auch gerade noch rechtzeitig zurück nach Buenos Aires um noch ein letzten Mal mit der Linie A der "Subte" zu fahren, die am folgenden Tag für immer aus dem Verkehr gezogen wurde. Die hölzernen Wagons dieser Linie, die auch "La Brugoise" genannt wurden in Belgien gefertigt und 1913 in Buenos Aires eingeführt. Sie waren die älteste noch fahrende Bahn der Welt und ein Highlight an sich. Die hölzernen Fensterrahmen hatten eine kleine Lederlasche zum Öffnen. Im Inneren wurden sie durch alte Lampen beleuchtet und die Sitzbänke waren aus einzelnen dünnen Holzlatten gebaut. Trotz vieler Proteste wird sie nun mit chinesischen Wagons ersetzt.

Linea A von außen mit geöffneten Fenstern

Linea A komplett leer vor der allerletzten Fahrt überhaupt. 

Eine letzte Fahrt in der Linea A - "La Brugeoise"

Die verschiedenen Stadtteile von Buenos Aires unterscheiden sich alle ein wenig voneinander und für uns war allein schon schön einfach durch die verschiedenen Teile spazieren zu können, wie in jeder normalen europäischen Großstadt. In El Salvador ist das ja nicht ganz normal. Je nachdem in welchem Teil man sich gerade aufhält, fühlt man sich wie in Barcelona, Paris, Freiburg, usw., aber nicht wirklich wie in einer lateinamerikanischen Hauptstadt.

Freiburg? Nein, Buenos Aires...


Die modernsten Gebäude der Stadt gesellen sich zu teilweise noch erhaltenen alten Bauten am Puerto Madero, wo gläserne Appartementkomplexe und Wolkenkratzer stehen. Zwischendrin immer wieder kleine (teure) Restaurants und ein paar Überbleibsel der Geschichte der Stadt, die man besichtigen kann. Ein architektonisches Highlight dort ist die Brücke der Frauen (Puente de la Mujer), deren Design der Architekt als die Synthese eines tangotanzenden Paares beschreibt.

Puente de la Mujer

Puerto Madero - Deutsche Kräne, gläserne Appartementkomplexe und neue Hochhäuser.

In dem Übergangsbereich zwischen Puerto Madero und San Telmo trafen neue Glasfassaden auf alte Gebäude, was teilweise die skurrilsten Spiegelungen ergab. Irgendwie schaffe ich in Städten keine ordentlichen Bilder zu machen, deshalb hier auch nur ein paar Architekturbilder von Buenos Aires, obwohl die Stadt wirklich viel zu bieten hat.


Natürlich durfte auch das Shoppen nicht zu kurz kommen. So zogen wir durch die Lederwarenteile der Stadt und jegliche andere Viertel auf der Suche nach Kaufenswertem, kehrten am Ende jedoch mit nicht viel mehr als einem Geldbeutel zurück.

Kleine Handtasche vielleicht?

Am meisten gefielen uns die vielen Streetart Kunstwerke in San Telmo, die fast jede Hauswand schmückten. Teils bunt und fröhlich, teils retro oder eher melancholisch. Im folgenden eine kleine Auswahl. Nahezu alle Bilder entstanden in San Telmo.

Bunte Streetart


Geniales gemaltes Bild!!

 Fassade einen geschlossenen Cafés in San Telmo

Nach drei gemütlichen, aber vollen Sightseeing Tagen in Buenos Aires standen wir vor der letzten Etappe unserer Reise, den Iguazu Wasserfällen im Nordosten an der brasilianischen Grenze.


Fortsetzung folgt im Teil 7...



Donnerstag, 10. Januar 2013

Patagonien // Argentinien - Chile (Teil 5)

Fortsetzung zu "Patagonien // Argentinien - Chile Teil 4"
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Torres del Paine Nationalpark (Chile)

Die "Cuernos" im Torres del Paine Nationalpark mit dem Lago Pehoé im Vordergrund.

"TDPNP" - Torres del Paine National Park - ich denke es ist nicht übertrieben zu sagen, dass jedem begeisterten Wandersmann/frau auf dieser Welt, der nicht nur auf heimischen Wegen verkehrt, dieser Nationalpark ein Begriff ist. Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, dass der Trek im Torres del Paine unter weltenbummelnden Trekkingfans als einer der besten Treks dieses Planeten gehandelt wird.
Nun würde ich uns nicht gerade zu diesen "reinen Trekkern" zählen, trotz allem waren diese 6 Tage auch für uns das erklärte Highlight unserer Reise, das wir gezielt auf meinen Geburtstag gelegt hatten.

Basti ist jetzt 29+2 Jahre alt!

So fuhren wir am 2.1.13 von El Calafate in Argentinien im Bus über die Grenze in das ca. 6-7 Stunden entfernte Puerto Natales nach Chile, das als Sprungbrett für den TDP dient.
Dort angekommen ging es erst einmal zum Einkaufen, denn wir brauchten leichte, energiereiche Kost für die nächsten 6 Tage im Nationalpark. Ein Zelt war dieses Mal auch schnell organisiert und wir hatten sogar das Glück für nur 6 Dollar pro Tag ein nigelnagelneues Doite Expeditionszelt zu leihen. 

Unser Einkauf für 6 Tage Torres del Paine Trek ca. 4kg pro Person ohne Wasser.

Was das Essen anging waren wir dieses Mal deutlich besser ausgestattet als auf unserem Trek bei Chaltén, was vor allem an dem Angebot in Puerto Natales lag. So hatte jeder von uns etwa 500g getrocknete Früchte (Mangos, Papayas, Äpfel, Pfirsiche, Birnen usw.), zum Frühstück konnten wir dieses Mal zwischen gekochten Haferflocken und Müsli wählen. Für jeden Tag gab es eine Suppe zum Mittagessen und eine Suppe als Vorspeise fürs Abendessen, das auch täglich variierte und wie beim letzten Mal pro Abend einer Portionsgröße entsprach, die anderen Trekkern für 4 Tage reicht. Ein bisschen Luxus muss sein und so gab es für jeden Tag ein Süßigkeitenpaket und natürlich heiße Schoki, wann immer sie von Nöten war. Ach ja und feinster Espresso aus El Salvador mitgebracht durfte nicht fehlen... Alles in allem hatte jeder von uns etwa 4kg Essen zu tragen. 

Ein Ausschnitt aus der Karte des Torres del Paine Nationalparks. Die komplette Karte gibts hier.
Die pink markierte Strecke wanderten wir (ca. 79km), die gelb markierte Strecke 
legten wir per Katamaran und Bus zurück, um zum bzw. aus dem Nationalpark zu kommen.

Da wir insgesamt nur vier Wochen in Argentinien und Chile hatten, entschieden wir uns für den W-Trek, den man oben in die Karte eingezeichnet sieht. Der Circle-Trek hätte min. 3 Tage länger gedauert und v.a. mit unseren völlig abgelaufenen Laufschuhen, waren wir dafür vermutlich nicht gerade bestens vorbereitet.

 Unsere treudienenden Schuhe! Meine Schuhe hatten jeweils ein Lüftungsloch für den kleinen Zeh.
Zudem war die komplette Sohle an der Ferse am linken Schuh abgefallen...
Nadines Schuhe waren an der Ferse nur mit Gewebeband und Klopapier gepolstert. Hm.

Am Abend vor unserem Trek gingen wir in Puerto Natales noch schön essen und stießen um 24 Uhr auf meinen 29+2. Geburtstag an. Am nächsten Morgen ging es dann früh aus dem Bett und im Bus in den Nationalpark.

Bei der Ankunft sahen wir die Torres kurz wolkenfrei mit Vollmondsilhouette im Hintergrund.


Tag 1: Hosteria Las Torres - Campamento Torres (inkl. Mirador) ca. 10km

Schon bei der Fahrt hatten wir das Glück die Torres (span. Türme) zu sehen, die dem National Park seinen Namen verliehen und eines der Highlights im Park sind. Da das Wetter absolut unberechenbar in dieser Gegend ist, ist das nicht gerade selbstverständlich. Wir hörten von einigen auf unserer Reise, die den Trek gemacht hatten und keinen der Torres oder anderen Berge gesehen hatten.
Die Wettervorhersage hatte auch für uns nicht das beste Wetter geplant. So erwarteten wir am ersten Tag (3.1.) Wolken ab ca. 13 Uhr, am 4.1. vormittags Sonne und ab 15 Uhr dichte Wolken und ab dem 5.1. sah es so schlecht aus, dass wir einfach nur darauf hofften, dass das Wetter wie oben beschrieben nicht vorhersehbar war.

9,5 km strammer Bergauf-Marsch ohne große Pausen.

Wir bunkerten einen Teil unserer Essvorräte im Refugio, von wo der Trek startete, um unser Gepäck ein wenig zu erleichtern. Danach ging es stetig nach oben und zwar ohne große Pausen, denn unser Ziel war es den "Las Torres Aussichtspunkt" zu erreichen, bevor die Wolken endgültig zuzogen.
Nach knapp 2,5 Stunden erreichten wir etwa eine Stunde schneller als vorhergesehen das Camp unterhalb der Torres. Nach wenigen Minuten stand das Zelt und schon waren wir auf dem Weg nach oben zum Aussichtspunkt. 

Das kristallklare Wasser hat eine bessere Trinkwasserqualität als jegliches Flaschenwasser.

Wir hatten Glück und erreichten die Lagune unter den Torres nach etwa einer halben Stunde in knapp der Hälfte der Zeit und hatten etwa 15 Minuten freie Sicht bevor die Wolken komplett dicht machten und jegliche Sicht versperrten. Zudem blies ein unglaublich starker Wind in Böen, vor denen wir von mehreren Nationalparkrangern schon gewarnt worden waren. Einer hatte uns den Rat gegeben, dass wir uns sofort flach auf den Boden kauern sollten, worüber wir bis dahin etwas geschmunzelt hatten. Als wir dann unseren Abstieg begannen kam eine so starke Windböe, dass wir uns kaum auf den Beinen halten konnten und ohne groß nachzudenken kauerten wir mit dem Gesicht nach unten fast liegend auf dem Boden. Die Böe dauerte nur knapp 30 Sekunden, hatte es aber geschafft mir meine Wollmütze vom Kopf zu reißen und gut 20m weiter zu befördern und zudem meine Kamera als auch unsere Jacken, Ohren und jegliche Hohlräume komplett mit kleinen Steinen und Sand zu befüllen. Wir wussten nun was der Ranger gemeint hatte und waren froh, dass nur meine Mütze den Abhang hinunter geschleudert worden war. 

Wir erreichten das Camp und kämpften uns sofort weiter nach oben und hatten das Glück 
die Torres ohne Wolkenmütze zu sehen. Ein schönes Geburtstagsgeschenk.
Ca. 15 Minuten später zogen die Wolken zu.

Ohne weitere Probleme kehrten wir dann ins Camp zurück. Allerdings war noch immer nicht Zeit zum Ausruhen, da ich zuerst noch mein von Paul und Janne verstecktes und auf einer Schatzkarte beschriebenes Geburtstagsgeschenk suchen musste. Nach kurzer Suche entdeckte ich es in einem hohlen Baum wie von Paul beschrieben in der Höhe eines "Stand-up Barrels". :-) Es war ein Gedicht von Matze, Jonas, Paul und Janne das in einem kleinen Tütchen mit ein paar Schokistückchen versteckt war. Yihaa!

Paul und Janne hatten mir als Geb.Geschenk eine kleine Schatzkarte erstellt.


Mein Geburtstagsgedicht von Janne, Paul, Matze & Jonas... :-)

Nachdem wir nun also erfolgreich die Torres gesehen hatten und mein Geburtstagsgeschenk gefunden hatten konnten wir endlich unsere Mittagssuppe kochen und ein wenig auf unsere superbequemen Matten im Zelt liegen um unseren Rücken und Fußsohlen eine Auszeit zu geben. 


Tag 2: Campamento Torres - Campamento Los Cuernos (inkl. Mirador) ca. 22km

Da die Sonne im Januar schon um ca. 5.30Uhr aufgeht, war es nichts mit ausschlafen und wir krochen schon kurz nach 4 Uhr wieder aus unserem Zelt. Ein kurzer Blick nach oben bestätigte, was wir uns erhofft hatten. Es gab die Chance auf einen Sonnenaufgang mit Sonne :-) bei den Torres.

Sonnenaufgang bei den Torres 5.30 Uhr morgens.

Obwohl es nahezu windstill war, war es unglaublich kalt. Eingemummt in alles was wir hatten standen wir nach gut 45 Minuten Marsch nun wieder vor den Torres am Ufer der Lagune. Die Wolken zogen schon langsam heran und wir hofften, dass zumindest ein paar Sonnenstrahlen die Granittürme rot einfärben würden. 

Die Berge wurden kurz rot bestrahlt bevor die Wolken sie in den Schatten stellten.

Wir hatten Glück und unser frühes Aufstehen wurde belohnt. Es war zwar ein kurzes Farbenspektakel, aber in den letzten Tagen hatten die Trekker aufgrund der Wolken wohl nicht einmal die Chance gehabt die Torres zu sehen. Auch in den nächsten Tagen trafen wir immer wieder auf Leute, denen die Torres verwahrt geblieben waren - wir schätzten uns somit glücklich. 

Eisige Kälte, Windböen die uns zum Abliegen zwangen und ein kurzer aber schöner Sonnenaufgang!

Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden die Rucksäcke also wieder gepackt und es ging los. Immerhin sollte das Wetter sich ja laut Vorhersage für den 4.1. von seiner besten Seite zeigen und so wollten wir keine Zeit verlieren und möglichst weit kommen, bis die Wolken wieder zuzogen.

Nadine beim Zusammenpacken und unser kleines, gelbes Expeditionszelt. 

Nadines verbrannte Finger sahen schon wieder viel besser aus! :-)

Auch heute schien der Wetterbericht exakt zuzutreffen, was einerseits unsere Stimmung in luftige Höhen hob, aber uns andererseits auch ein wenig mit Furcht vor Regen an die nächsten Tage denken lies. Es war allerdings nicht schwierig bei einem solchen Traumwetter einfach den Moment zu genießen, denn was wir an unserem zweiten Tag geboten bekamen übertraf jegliche Vorstellungskraft.

Am 4. Januar, unserem 2. Tag hatten wir absolutes Traumwetter! 

Gegen Mittag 10 Uhr waren die Torres wohl komplett wolkenfrei! 

Auf dem ca. 10km langen Rückweg zum Ausgangspunkt des Vortages bot sich in jegliche Richtung ein traumhaftes Panorama. In unserem Rücken erstrahlten nun die Torres komplett vom blauen Himmel hinterlegt und vor uns lag im Tal der Lago Nordenskjold und leuchtete türkis umgeben von saftigem grün. An diesem Tag kam auch meine GoPro während dem Gehen immer wieder zum Einsatz, die überraschend gute Aufnahmen lieferte.

Man beachte wie steil es rechts nach unten geht. Mit den Windböen kein Spaß!

Lago Nordenskjold

Wie nicht anders zu erwarten war die Stimmung bei so viel Sonne sehr gut!

Als wir an der Abzweigung zum Campamento los Cuernos ankamen bemerkten wir, dass diese doch um einiges vor der Hosteria Las Torres lag, wo wir unser Essen zurückgelassen hatten. Um nicht allzu viel Zeit an diesem (noch) sonnigen Tag zu verlieren wartete Nadine also mit den Rucksäcken und ich joggte die ca. 3km hin- und her um unsere 7kg-Futtertüte wieder zu uns zu holen. Im Nachhinein hätte es wohl mehr Sinn gemacht alles nach oben zu schleppen.

leuchtende Farben und traumhafte Landschaft

Von nun an sollte es nur noch leicht bergauf- und ab gehen und der Weg sollte für etwa 11km immer entlang des Lago Nordenskjold führen. Die Landschaft mit ihren leuchtend, saftiggrünen Büschen war schon ein kleines Highlight für sich. Die unbeschreiblichen Wolkenformationen und der blaue Himmel ergänzten das Bild und mein neuer Polfilter kam endlich auf seine vollen Kosten. 

Gopro-Schattenportrait

Seen und Lagunen in verschiedenen Farben und verschiedenste Wolkenformationen.

Die ersten kleine Pause machten wir auf einem Hügel mit Blick über den Lago Nordenskjold. Noch immer hatten wir ausgesprochen gutes Wetter, obwohl einige Wolken sich schon breit machten. Der Blick in die Weite über den See ist durch die Fotos kaum zu vermitteln. Alleine dieser Tag machte den Trek schon wert.

Erste kleine Pause auf einem Hügel vor dem Lago Nordenskjold


Ein Blick zurück auf den zurückgelegten Weg!

happy!

Wir liefen und liefen, immer am See entlang. Bergauf - bergab, immer weiter, aber irgendwie schien der Weg kein Ende zu nehmen. Langsam begannen die Wolken schon zuzuziehen. Der Blick nach vorne versprach Regen, der Blick nach hinten war wesentlich beruhigender, aber eigentlich wollten wir sowieso nur noch liegen. Langsam begannen unsere Füße sich zu melden, die uns sagen zu schienen, dass wir ihnen gerne mal ein neues paar Schuhe spendieren könnten und unser Rucksack schien uns in den Boden hineinzuziehen.

Regenwolken im Anmarsch...

müde.


Nadine schlief bei dieser Pause nach wenigen Sekunden tatsächlich ein. :-)

Bei unserer letzten Pause, legte sich Nadine auf einen Stein und war nach nur einer Minute eingeschlafen. Ein anstrengender Tag, aber rückblickend gesehen einer der besten Tage unserer Reise. Die Landschaft und die intensiven Farben waren unbeschreiblich und waren jede Sekunde Anstrengung wert.

Die Cuernos wurden kurz nach Ankunft im Campamento vollends von den Wolken verschlungen.

Wolken wälzen sich über den Lago Nordenskjold. 

Kurz darauf erreichten wir dann endlich das Campamento Cuernos, das aus allen Nähten zu platzen schien. Das Gerücht, dass das nächste kostenlose Camp Italiano gesperrt sei, da die Klos explodiert waren, wurde dort bestätigt. Das hieß nicht nur für unseren nächsten Tag eine Planänderung, sondern bedeutete auch dass es extrem schwierig war noch einen Stellplatz auf dem aktuellen Campingplatz zu finden. Für den stolzen Preis von 18 Dollar pro Person musste man sich damit abfinden sein Bett in einer Mulde voller Steine und Wurzeln zu machen. Dank unserer genialen Matten war das für uns kein Hindernis und nach einer schönen warmen Dusche, einem Süppchen und einem Cafésito legten wir uns erstmal ab, genossen die Sicht auf die vorbeiziehenden Wolken und ließen den Tag in Gedanken Revue passieren.

Ein langer Tag geht zu Ende... frisch geduscht in unserem kleinen Expeditionzelt.


Tag 3: Campamento Los Cuernos - Campo Paine Grande (+ Mirador) ca. 17 km

Am dritten Tag unseres Treks krochen wir früh aus dem Zelt, bauten es ab bevor es nass werden konnte, frühstückten schnell (und viel) und machten uns dann gleich auf den Weg zu unserem eigentlich geplanten Tagesziel, dem nun gesperrten Campamento Italiano. Unsere erzwungene Planänderung war, unsere Rucksäcke dort unterzustellen und uns dann ohne Gewicht auf den Weg nach oben in das Valle del Francés zu machen, von wo man den enormen Gletscher beim "Explodieren" sehen und hören konnte und eigentlich eine traumhafte Aussicht auf alle Berge des Nationalparks haben könnte, die den hochgelegenen Punkt im "Tal" amphitheatermäßig umschlossen.

Wind und Regen und zwar VOLLGAS!

Schon nach einer halben Stunde hatten wir wenig Hoffnung auf einen traumhaften 360° Panoramablick, dafür blies uns der böenartige Wind den Regen 360° um die Ohren. Der See hatte seine grüne Farbe verloren und es peitschten kleine Wirbelwinde darüber, die psychedelische Muster auf seiner Oberfläche hinterließen.


Regen/Sturmmuster auf dem See...

Where is the sun?

Es gab kein Zurück. Die Wettervorhersage stimmte wieder aufs kleinste Detail und wir wussten, dass dies nur der Anfang eines "feuchten" Abenteuers war. Trotz allem schaffte ich es Nadine dazu zu überreden ins Valle del Francés hinaufzusteigen, was ein wenig auf Kosten ihrer Laune ging, die sich bei jedem Schritt weiter nach oben ein wenig zu verschlechtern schien. Auch das trotz des Wetters atemberaubende Muster des Gletschers schien sie nicht aufheitern zu können. :-)

Glaciar Francés in der Mitte

Als wir dann nach etwa einer Stunde den Mirador erreichten, erreichte auch der Wind seinen Höhepunkt. Man musste sich fast schon an etwas festhalten, damit man nicht umgeblasen wurde und die dem Wind zugewandte Körperseite war nach wenigen Sekunden vom Regen durchweicht. 
Nichtsdestotrotz waren die Explosionen der abbrechenden Gletscherstücke enorm und ein Erlebnis für sich und im Nachhinein gesehen entstand zudem eines meiner besten GoPro Fotos überhaupt (siehe unten) auf diesem Mirador. Ich hatte unter der Regenjacke nur ein T-Shirt, auch wenn es hier, dank des Windes, eher wie eine dicke Daunenjacke aussieht.

Mirador am Glaciar Francés - eines meiner besten GoPro Fotos... Mich blies es fast weg!

Mit jedem Schritt nach unten verschlechterte sich das Wetter und kontroverserweise verbesserte sich Nadines Laune, vielleicht auch weil sie wieder einmal Recht behalten hatte, da der Blick von etwas weiter unten sogar noch besser war als vom hochgelegenen Mirador. :-)


Beim Campo Italiano stärkten wir uns kurz für die nächste Odyssee zum sicheren "Hafen" Campamento Paine Grande. Wir verstauten zudem meine neue Eos7D in einer ZiplockBag, zwei weiteren Plastiktüten und einem Raincover, packten unsere Rucksäcke gut ein und dann hieß es Augen zu (bzw. Kapuze nach unten) und durch(schwimmen).

Zwei Menschlein stapfen durch den Regen, ganz still und stumm...

Ironischerweise passte das Wetter an diesem Tag zur Landschaft. Aufgrund eines verheerenden Waldbrands, der nahezu 70% des Parks zerstört hatte, gab es auf diesem Stück des Weges fast keine Bäume mehr. Alles war tot und verkohlt. Gepaart mit dem tristen Wetter vermittelte das Ganze ein wenig Weltuntergangsstimmung.

...kein noch so starker Regenguss wirft sie um...

...sag wo kommt der Regen her, der uns durchnässte doch so sehr... usw... :-D

Angetrieben vom Regen und gebremst vom Wind düsten wir den Weg entlang, überholten so manchen Wandersmann und waren am Ende froh das Campamento zu sehen, da wir völlig durchnässt waren und es langsam auch richtig kalt wurde.

Das Ziel vor Augen und völlig vom Regen aufgeweicht!

Da zwei andere Trekker gerade ihr Zelt abbauten hatten wir das Glück unser Zelt trotz des strömenden Regens auf ein trockenes Stückchen Grün zu betten. Danach checkten wir im Lagerraum des Refugios unsere Rucksäcke. Fast ALLES war NASS. Zum Glück waren unsere Matten trocken und unsere Schlafsäcke nur ein wenig auf der oberen Außenseite feucht, aber nahezu alles andere was wir dabei hatten war nass. Wir hängten die nassen Sachen kreuz und quer im Lagerraum auf und warfen uns dann in Schale fürs den Abend...

happi happi... und gleich so stylisch gekleidet... :-D

New Style!

Gott sei Dank hatte das Camp einen recht schönen Koch-/ und Aufenthaltsbereich mit vielen Tischen und Fenstern auf allen acht Seiten des "Octagons". Dort fanden wir ein trockenes Plätzchen an dem wir uns ein Süppchen machen konnten und eine Menge "neidische" Blicke für unsere modernen Outfits ernteten. Ich in pinker Leggins, FlipFlops und Fleece/Winterjackenkombo und Nadine als Lady in Black in Leggins mit Wollsocken drüber und Fleece. Yeah!

Trocknen überm Gasherd... ALLES war nass inkl. meiner neuen Eos7D. :-(

Zu meinem Erschrecken bemerkte ich, dass alle Tüten um meine Kamera nichts geholfen hatten und das gute neue Stück komplett geflutet worden war. Als ich das Objektiv entfernte, war richtig Wasser dazwischen... :-( Hmpfgrrr. Ich trocknete alles ab, packte Body und Akkus in einen Beutel mit Reis und hoffte, dass sie nach dem Trocknen noch einmal angehen würde. Den völlig durchnässten Lederbeutel trocknete ich überm Gaskocher.

Can't beat this Style, baby!

Nach einem eher mittelmäßigen (h)eiskalten Duscherlebnis in den nicht ganz zu funktionieren scheinenden Duschen gelang uns ein fließender Übergang vom Mittag- zum Abendessen. Da es sich mit vollem Bauch besser schläft und Essen uns ja bekanntlich glücklich macht, gab es an diesem Tag extra viel, bevor wir eine kurze Regenpause ausnutzten um trocken ins Zelt zu kommen.


Tag 4: Campamento Paine Grande ca. 0 km :-)

Nach einer stürmischen Regennacht, in der wir ab und an durch den ein oder anderen Tropfen, den unser Zelt durch die Nähte auf unser Gesicht tropfen lies geweckt wurden, krochen wir im Regen aus unserem Zelt und flüchteten mit Essen beladen in das "Kochtagon", um den grauen Tag zu begrüßen.

Unter Gleichgesinnten... die Schwiizer...

Uns wurde schnell klar, dass unser einziges Ziel an diesem Tag sein konnte uns für die nächsten Tage zu stärken und so eroberten wir einen strategisch sinnvollen Fensterplatz mit (Gr)ausblick und begannen mit dem Nahrungszubereitungsprozess.

Calafate Beeren!

hmmmm, lecker! :-)

Meine hungrigen Augen hatten vor unserem Zelt einen Calafatebusch gewittert und so graste ich ebendiesen ab, um den langweiligen Haferbrei etwas aufzupeppen. So fieberten wir also den Tag von einem Mal zum nächsten und unterhielten uns mit Gleichgesinnten, die es teilweise noch schlimmer erwischt hatte, da es ihnen im Regen das Zelt komplett zerlegt hatte oder der Wind es zerstört hatte. Im Laufe des Tages kehrten im strömenden Regen noch einige mehr zurück, die den Pass über dem Glaciar Grey überqueren wollten, aber vom hohen Schnee und den starken Schneestürmen zur Umkehr gezwungen wurden.

Ein Tag im Kochtagon!

Zwischen all den nassen Wandersleuten erkannten wir einen holländischen "Spion" wieder, der in den letzten vier Jahren bereits zweimal unseren Weg gekreuzt hatte und als so ziemlich jeder wusste, dass der junge Mann in der pinken Leggins aus El Salvador kommt, gesellte sich ein weiteres Mädel zu uns, die zuvor in HH mit Nadines Freundin Kathi zusammengewohnt hatte.

Mit Kathis Freundin!

Trotz des Wetters und des extrem langen Tages wurde es uns also nicht langweilig, uns ging das Essen nicht aus und ab und zu ließen sich in einer kurzen Regenpause sogar die Berge blicken (Gesamtzeit mit Bergsicht in 18h waren ca. 5-10 Minuten). Die für mich besten News des Tages waren, dass meine Kamera nach der Reisbeuteltrockenkur wieder komplett funktionierte.. :-) 

5 Minuten Sicht in 18 Stunden... :-) Yeah!


Tag 5: Campamento Paine Grande - Campamento Grey (ca. 11km)

Der fünfte Tag begann ohne nennenswerte Verbesserungen, aber brachte dann doch die erhofften Trockenphasen. Immer häufiger gab es Regenpausen und ab und an blickten sogar kurz ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken. Eine dieser Phasen nutzen wir, um unser Zelt trocken zu verstauen. Viele unserer Sachen im Lagerraum waren noch immer nicht getrocknet, so ließen wir sie dort zurück. Ein besonders netter Wandersgeselle entschied sich zudem in der Nacht mein schönes Handtuch zu entwenden, was bei so viel Feuchtigkeit durchaus nicht gerade mit großer Freude meinerseits aufgenommen wurde.

Sobald die Wolken ein bisschen aufzogen und sich die Sonne dazugesellte war der Blick genial!

Als sich dann ein Regenbogen über dem See spannte entschieden wir, dass das ein Zeichen sein musste als Startschuss für die vorletzte Etappe hinauf zum Campamento Grey. In der Hoffnung trocken dort anzukommen zogen wir los. Ziel war es keine Pausen zu machen und einfach nur trocken anzukommen.

Ein Regenbogen, der sich über den gesamten Lago Pehoé spannte...

...war das Zeichen für uns Aufzubrechen! Auf-ab-auf-ab-auf-auf zum Campamento Grey!

Das eine Ziel (trocken anzukommen) konnten wir erfüllen. Keine Pausen zu machen schafften wir leider nicht, da wir unsere Schokivorräte noch schmälern mussten. Zudem muss man sich ja auch ein bisschen Zeit zum Essen nehmen.

Schokipause am vorletzten Tag!

Während Nadine dann nur noch duschen, futtern und abliegen wollte, stapfte ich mit meiner Kamera noch ein weniger weiter, um dem "Glaciar Grey" und seinen Eisschollen einen kurzen ersten Besuch abzustatten. 

Ein erster Blick auf die Eisschollen auf dem Lago Grey vor dem Gletscher!

Am Abend vernichteten wir ein weiteres Familienmenü und krochen dann zum letzten Mal in unsere Schlafsäcke ins Zelt. Schon jetzt war klar, dass wir unser Ziel, den Trek bei jeglichem Wetter zu beenden, geschafft hatten und ein bisschen hatten wir auch noch die Hoffnung auf eine gute Sicht am letzten Tag.

Letzte Nacht in unseren super Ajungilaks im Zelt!


Tag 6: Campamento Grey - Mirador - Campamento Paine Grande (ca. 19km)

Nach dem bislang größten Frühstück unseres Treks bunkerten wir unser Gepäck bei den Parkwächtern und wanderten mit nicht mehr als ein wenig Kameraequipment den kurzen Weg zum Gletscher hinauf.

Letzter Morgen: Photoshooting mit "ein paar" Eisschollen auf dem Lago Grey...

Nach einer Unmenge von Fotos beendeten wir das Photoshooting am Fuße des Gletschers und kraxelten dann weiter zu einem genialen Aussichtspunkt, der direkt über dem Gletscher liegt.

Lago und Glaciar Grey mit Bergen Panoramablick.

Nahezu hätte es ein auseinanderbrechender Eisberg geschafft Nadine auf der Flucht mit samt meiner Kamera in einen kleinen Tümpel zu stürzen, doch ich schaffte es gerade noch sie festzuhalten, ihr die Kamera zu entreißen und eine abschließende Sequenz des Eisbergs zu machen (siehe unten)... :-)

Ein Eisberg bricht auseinander, dreht sich und zeigt sich von seiner blausten Seite!

Das leuchtende Blau der Eisberge und die damit verbundene Stimmung ist schwer in Worte zu fassen. Klar war jedenfalls, dass es sich sehr gelohnt hatte den Tag zuvor auszuharren und den Aufstieg zu diesem Gletscher noch zu machen.

blau blau blau blau! WOW!

Eines meiner Lieblingsfotots... Lago Grey mit Eisberg.

Das Schöne war, dass wir diesen Gletscher komplett für uns alleine hatten, wodurch das Erlebnis fast noch schöner als beim Perito Moreno war.

An der Spitze vor dem Gletscher Grey! Wir hatten sogar kurz das Glück die Berge zu sehen!


Manchmal macht die kleine GoPro doch ganz gute Bilder! :-)

Je weiter wir nach oben kamen, desto beeindruckender wurde der Blick auf den Gletscher und die Strukturen und Muster im Eis. Es stimmt wohl wirklich, dass das Blau des Gletschers noch intensiver wird, wenn es bewölkt ist und so hatten die Wolken zumindest einen Vorteil.

Gletscherfront Glaciar Grey - warum eigentlich grey?!

Vogelperspektive


Nadine übernimmt die GoPro... auf dem Weg zum Mirador über dem Gletscher.

Gletscher Grey Panorama.

Wir verbrachten fast eine Stunde auf dem Mirador damit die Aussicht zu genießen und "ein paar" Fotos zu machen. Da Nadine nicht über die Absperrung klettern wollte kam auch mein neues "Joby-Affenstativ" zum ersten Mal so richtig auf seine Kosten (siehe unten).

Ich kletterte noch ein weniger weiter nach vorne um direkt über dem Gletscher zu sein.

Making of des obigen Fotos mit Joby-Tripod am Baum! Geniales Stativ - jedem zu Empfehlen.

Die unglaubliche Weite des Gletschers kann man auf Fotos gar nicht richtig zum Ausdruck bringen. Ein weiteres Highlight des Treks und ein Muss für jeden Naturliebhaber.


Ein letztes Bild von uns beiden vor dem Gletscher.

unbeschreiblich.

Nadine vor der Gletscherzunge!

Glücklich und zufrieden und frisch gestärkt von einem kleinen Süppchen beluden wir unsere Rücken ein letztes Mal für den Weg zurück zum Campamento Paine Grande von wo aus wir den Katamaran zurück zum Bus nehmen wollten. Ein letztes Mal bergauf-ab-auf-ab-auf-ab... Zumindest kannten wir dieses Mal den Weg uns wussten, nach welcher Kuppe unser Ziel lag... :-)

Auf dem Rückweg über Berg und Stein...

...vorbei an Blümlein...

Wir hatten Glück, da der Tag trotz grauer Wolken trocken blieb und dementsprechend gut war die Stimmung. Vor allem in den Pause, in denen wir unsere letzten Schoki- und Trockenfrüchtereserven auffutterten.

Schoki-/Trockenfrüchtepause

Nadine wurde teilweise vom Wind fast umgeblasen...

Gegen Ende machte sich der kräftige Wind dann wieder ordentlich spürbar, der Nadine teilweise fast vom Weg fegte, wenn sie sich nicht mit komplettem Körpereinsatz dagegenlehnte...

Zurück im Campamento Paine Grande, von wo wir den Katamaran zum Bus nahmen. Äh... Wind?

Am Campamento Paine Grande angekommen machten wir noch ein Abschlussfoto im Sturm und gönnten uns dann ein abschließendes Festmahl, bei dem wir unsere Reste verarbeiteten, bevor das Boot ankam, das uns zurück zum Bus nach Puerto Natales brachte.

Auf der kurzen Bootsfahrt zog es auf und wir hatten erstmals eine perfekte Sicht auf alle Berge! 
Was für ein krönender Abschluss für den Trek, der das Highlight unserer Reise war!

Auf der Bootsfahrt geschah das UNGLAUBLICHE!! Auf einmal lichteten sich die Wolken, als ob sie uns für unsere Mühe der letzten Tage belohnen wollten. Innerhalb weniger Minuten waren die noch davor völlig von Wolken verdeckten Cuernos und die gesamte Bergkette um die Torres wolkenfrei, der Himmel blau und der Lago Pehoé leuchtete türkis. Fast hätten wir uns noch unten ins dunkle Boot gesetzt... jetzt waren wir glücklich und absolut umgehauen von der Schönheit der Berge die sich hier von uns verabschiedeten. Was für ein Abschluss für das absolute Highlight unserer Reise!

Hafen von Puerto Natales - Nadine und ich Selbstportrait im Sonnenaufgang! :-)

Am Abend belohnten wir uns mit einem Festmahl im besten Restaurant von Puerto Natales, duschten heißest, trockneten die letzten nassen Sachen im Zimmer, packten die Rucksäcke wieder komplett und genossen dann unseren wohlverdienten Schlaf nach einem wohlverdienten Patagonischen Bierschen.


Typisch patagonische Architektur im Morgengrauen.


Am nächsten morgen düste ich zum Sonnenaufgang noch kurz durch Puerto Natales, um ein paar Eindrücke der typisch patagonischen Häuser und des Hafens im Sonnenaufgang festzuhalten. Nach dem Frühstück stiegen wir dann bereits um 7 Uhr in den Bus zurück nach El Calafate, wo wir im besten Restaurant der Stadt schon eine Woche zuvor einen Tisch reserviert hatten, um unseren letzten Tag in Patagonien gebührend zu feiern. 

Lupinen in jeglichen Violettönen - eine der typischsten patagonischen Blumen.

Gegen frühen Abend stiegen wir dann ins Flugzeug, dass uns von der Kälte Patagoniens zurück in die Hitze von Buenos Aires brachte. Alles in allem hatten wir uns natürlich besseres Wetter in Patagoien erhofft, aber die Erlebnisse und Eindrücke der beiden Treks die wir dort gemacht hatten, konnten durch nichts getrübt werden!

Abschied von Patagonien - Buenos Aires wir kommen!



Fortsetzung folgt in Teil 6...