Dienstag, 25. Dezember 2012

Patagonien // Argentinien - Chile (Teil 2)

Fortsetzung zu "Patagonien // Argentinien - Chile Teil 1"
Um Teil 1 zu lesen bitte klicken.

Seelöwe mit seinem Harem und beflügelten Zuschauern.

Ushuaia

Von Buenos Aires flogen wir in die südlichste Stadt der Welt nach Ushuaia. Ushuaia liegt direkt am Beagle Channel und grenzt an den Tierra del Fuego National Park (Feuerland Nationalpark). Umgeben von Bergketten und Wasser ist die Lage Ushuaias einzigartig. 

Die typischen Häuser in Patagonien.

Ushuaias Hafen.

Nur das Wetter spielte nicht so mit und vermutlich durch die Kombination von Flügen und Kälte lag ich erstmal mit Grippe flach. Neu für uns waren auch die extrem langen Tage. Es wurde gegen 4 Uhr morgens hell und erst um 23 Uhr langsam dunkel. 

Ushuaia von unserer Unterkunft aus gesehen.

Dank unserer super gelegenen Unterkunft hatte ich zumindest eine perfekte Sicht aus dem Bett zum Fenster hinaus. Zumindest wenn die Berge mal kurz freizogen und sich die Sonne für ein paar Minuten blicken ließ.

Sicht vom Bett zum Fenster hinaus auf den Beagle Channel.

Trotz meiner Grippe fuhren wir am nächsten Morgen in den Feuerland Nationalpark, um eine Tageswanderung zu machen. Aufgrund des bewölkten Himmels machte der Nationalpark auf uns einen eher tristen Eindruck, trotz allem war die Wanderung schön. 

Der Besitzer des südlichsten Postamts der Welt.

Unser Reisepass mit dem Stempel vom "Fin del Mundo", obwohl die Mayas falsch lagen.

Zu Beginn bekamen wir noch einen Stempel vom südlichsten Postamt der Welt in den Pass und dann stapften wir los in Richtung Bahia Lapataia, dem südlichsten Punkt und damit Ende der Panamericana. 

Tierra del Fuego Nationalpark

Wald im NP Tierra del Fuego 


Dank meiner Grippe kamen wir nicht so flott wie normalerweise voran und mussten immer wieder Pausen einlegen. Zumindest hatten wir dabei immer eine schöne Sicht und ab und zu zeigte sich sogar ein Fleckchen blauer Himmel und der Schnee auf den Bergen begann zu leuchten.

 Kurze Pause nach 9km Wanderung.


Am Ende erreichten wir den Bahia Lapataia und nach ca. 15km Wanderung, war ich froh zurück im Bus auf dem Weg zum warmen Bett zu sitzen. Wir hatten uns beide vermutlich ein wenig mehr vom Nationalpark erhofft, aber vielleicht lag das eben auch an dem bewölkten Wetter.  

Das Ende der Panamerikana

Am Abend bzw. eigentlich schon "in der Nacht" ließ sich die Sonne dann zum ersten Mal in Ushuaia zwischen den Wolken blicken. Allerdings reichte es nicht für einen richtigen Sonnenuntergang. Trotz allem war es ein bisschen so wie Fern zu sehen, als wir im Bett aus dem Fenster starrten. :-) 

kurz vor dem Sonnenuntergang.

 "Nacht" in Ushuaia

Am nächsten Tag war der 24.12. und natürlich wollte ich da nicht den ganzen Tag mit Fieber im Bett liegen und so entschieden wir uns für eine sechsstündige Bootstour auf dem Beagle Kanal. 
Da das Wetter nicht wirklich kooperierte und ich sowieso schon krank war, saßen wir (wie alle anderen Passagiere) fast die gesamte Zeit im beheizten Innenraum des Bootes und begutachteten die Bergketten auf den Seiten des Kanals. 

Seelöwenkolieinsel

Erster Stopp waren zwei kleine Inseln, auf denen Seelöwenkolonien lebten. Wir hatten spendable 7 Minuten Zeit uns die meist schlafenden "Chillwürste" anzuschauen und erfuhren dabei ein wenig Wissenswertes über die Tiere.

Masterchillwurst aka. Männchen lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Die fetteste "Chillwurst", die sich in der Regel auch nicht bewegte war das Männchen. Trotz seiner 300kg Plauze und seiner Inaktivität, schafft es das Männchen ein Harem von ca. 18 Weibchen zu beglücken. Die Weibchen sind dabei deutlich aktiver. Man konnte sie so z.B. dabei beobachten, wie sie den Kopf hoben und ein hyperaktives Weibchen kletterte sogar auf die Masterchillwurst und rutschte auf der anderen Seite wieder hinunter.

einfach mal chillen

Frauengespräche 

Wie Weibchen nun eben so sind, unterhielten sie sich auch fortlaufend in hohen Tönen, was das Männchen jedoch nicht aus der Ruhe brachte. Ein paar der jüngeren Seelöwen kehrten sogar gerade von einem Fresstour aus dem Meer zurück und demonstrierten uns dann wie sie mit ihren Flossen über die spitzen Steinen steile Wände nach oben klettern konnten.

 Seelöwenorgie

Die zweite Kolonie die wir noch kurz zu sehen bekamen war dabei schon weit aktiver. Das Männchen knutschte gerade wild mit einem Weibchen herum, das die anderen Weibchen laut jubelnd anfeuerten. Umgeben waren die beiden zudem von beflügelten Zuschauern, die sich nicht vom Geruch dieser gigantischen Klötze beirren ließen.


Nächster 5 Minuten-Stopp war der zweitsüdlichste Leuchtturm der Welt. Eigentlich der südlichste, aber irgendwo noch ein bisschen weiter draußen gibt es wohl noch ein Lichtlein. Schnell anstehen für ein obligatorisches Foto und schon ging es ab zu einer Insel die von recht unspektakulären Vögeln bewohnt war.

Vor dem Südlichsten oder zweitsüdlichsten Leuchtturm der Welt. 

Nach drei Stunden Fahrt kam dann das Highlight der Tour in Sicht. Eine Insel, die von Pinguinen besiedelt ist. Da die Insel in Privatbesitz ist, muss man entweder 80 Dollar bezahlen, um dort vorbeizuschauen oder man darf so wie wir die Pinguine nur vom Boot aus beobachten.

Ein paar Pinguine warten darauf uns zu begrüßen. 

Da die Pinguininsel den letzten Stopp unserer Bootstour darstellte bekamen wir sogar großzügige 15 Minuten Beobachtungszeit, was aber aufgrund des leichten Regens und des eiskalten Windes auch wirklich genug für mich mit meiner Grippe war. 

Jungtiere

 
Magellan Pinguine



Höhepunkt der Pinguinshow war, als zwischen den vielen Magellan Pinguinen auf einmal ein Gentoo Pinguin mit breit gespreizten Flügeln heranwatschelte. Er lief von seinem Versteck über den gesammten Strand, stellte sich dann ans Ufer trompetete uns zu, wobei er seinen Kopf in den Nacken warf und gönnte sich dann ein Bad. Gentoo Pinguine sind die drittgrößten Pinguine nach dem Kaiser- und dem Königspinguin.

Ein Gentoo Pinguin auf der Suche nach Freunden. 

Der drittgrößte Pinguin bei seinem arttypischen, trompetenähnlichen Ruf. 

Dann ging es wieder ins Bootsinnere und wir fuhren vorbei an den durch die Wolken bedrohlich ausschauenden Bergketten ins kleine Ushuaia zurück, wo mein warmes Bett schon auf mich wartete.

Ushuaia in der Ferne

Am Abend lud uns der Besitzer unseres Hostels zu einem leckeren Weihnachtslamm ein, das mir wieder ein wenig auf die Beine verhalf und so fühlte ich mich am ersten Weihnachtsfeiertag schon wieder auf dem Weg der Besserung und so stiegen wir auf ein Neues ins Flugzeug und flogen ins 2 Flugstunden weiter nördlich gelegene El Calafate.

Wir tippen, dass das der Torre del Paine Nationalpark ist, lassen uns aber gerne belehren... ;-)



Fortsetzung folgt im Teil 3



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