Dienstag, 1. Januar 2013

Patagonien // Argentinien - Chile (Teil 4)

Fortsetzung zu "Patagonien // Argentinien - Chile Teil 3"
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Der Perito Moreno Gletscher in seiner (halben) Breite - Argentinien 1.1.2013

El Calafate / Perito Moreno Gletscher

Nach unserem Trek im National Park de los Glaciares bei El Chaltén fuhren wir die drei Stunden im Bus zurück nach El Calafate ans andere Ende des selben Nationalparks. Dort hatten wir ein wenig Zeit zu relaxen, während wir uns auf den zweiten großen Trek in Chile vorbereiteten. Zudem stand Silvester vor der Tür und zur Feier des ersten Tages im neuen Jahr besuchten wir den Gletscher Perito Moreno.

Blick zum Fenster unseres Zimmers hinaus. Die Farbe des Lago Argetinos einfach ein Traum.

In El Calafate hatten wir fast schon eine kleine Wohnung für uns alleine. Das Zimmer mit Küche und Badezimmer war super beheizt (für uns als verwöhnte Wahlsalvadorianer unerlässlich) und was die Sicht anging mal wieder ein Traum.
Blickte man aus dem Fenster sah man den Lago Argentino, der türkis strahlte vor den Bergen im Hintergrund. Wow!
Auf der Speisekarte standen übrigens überwiegend hausgemachte Ravioli oder Gnocchi von einer lokalen Pastabäckerei in jeglicher Variation... hmmm... 

Der Busfahrer legte eine Pinkelpause ein, ich machte ein Foto zur Scheibe hinaus mit Polfilter. 
Das Bild ist unbearbeitet, die Farben einfach surreal. Alleine die Fahrt ein Höhepunkt!

Am frühen Morgen des 1.1.2013 schlenderten wir also gemütlich zum bereits reservierten Bus in dem wir bis 5 Minuten vor Abfahrt gemütlich chillten, bis ich merkte, dass ich meinen Geldbeutel vergessen hatte. Das Hostel war ca. 10-15 gemütliche Gehminuten bergaufwärts entfernt und der Busfahrer meinte er müsse pünktlichst losfahren. Ich rannte also in drei Minuten nach oben und 2 Minuten nach unten und wurde die komplette Stunde Busfahrt den Geschmack von Blut in meiner völlig unterkühlten Lunge nicht mehr los. :-) Die Ironie der Sache war, dass Nadine in meinem Rucksack dann doch genügend Geld gefunden hatte, ich aber schon über alle Berge war und der Bus nach meiner Rückkehr nochmals 5 Minuten auf eine Familie warten musste... 

Ein erster Blick auf einen der größten Gletscher der Welt - Perito Moreno

Unser anfangs grummeliger Busfahrer taute während der Fahrt dann immer weiter auf und entschied sich dann sogar für einen kleinen Stop vor dem Nationalpark, von dem aus man den Gletscher perfekt sehen konnte. Nach den obligatorischen Tourifotos mit dem riesigen Gletscher im Hintergrund ging es dann vollends weiter bis in den Nationalpark.

Typisches Tourifoto mit dem Gletscher im Hintergrund

Der Perito Moreno zählt zu den größten Gletschern der Welt. Er erstreckt sich über eine Fläche von 254 Quadratkilometern und hat eine Breite von 30km. Die Gletscherfront ist ca. 60m hoch.
Das besondere am Perito Moreno ist, dass er einer der wenigen Gletscher ist, die nicht zurückgehen. Ganz im Gegensatz dazu bleibt er Sieger im Kampf gegen die globale Erwärmung und breitet sich sogar weiter aus, was dazu führt, dass regelmäßig riesige Eisberge vorne abbrechen und dann im Lago Argentino davon treiben.

Perito Morenos Gletscheroberfläche

Wir haben gehört, dass das beste Wetter für einen Besuch des Perito Morenos nicht blauer Himmel, sondern Wolken wäre, da der Gletscher dann noch viel blauer erstrahlt. Die Ironie des Schicksals war, dass dieser Tag unser EINZIGER Tag in Patagonien war, an dem wir absolutes Traumwetter mit nahezu komplett wolkenfreiem Himmel hatten. Naja, wollen wir uns nicht beschweren... ;-)

Perito Moreno mit Bergen im Hintergrund.

Aufgrund der schattigen Berge hob sich der helle Gletscher perfekt ab.

In jeglichen Blautönen schimmerndes Gletschereis des Perito Moreno

Es ist vielleicht schwer vorstellbar, wie man einen ganzen Tag damit verbringen kann einen Gletscher anzuschauen, aber in der Praxis war es relativ einfach. Wir marschierten tapfer jeden Meter der verschiedenen Plattformen und Wege ab, genossen bei den Essenspausen die Sonne und den Ausblick und kehrten gerade rechtzeitig für die Abfahrt zum Bus zurück. Ein anderer Dude wurde bei der Abfahrt vergessen und fiel auch bei der Vollständigkeitsdurchzählung durchs Raster, was unseren Busfahrer verständlicherweise kurz vor der Ankunft und dem wohlverdienten Feierabend nahezu zur Verzweiflung brachte.

Frontalaufnahme mit dem Fisheye

Da der Gletscher recht fotogen ist, kam auch meine Kamera ordentlich zum Einsatz. Natürlich machte ich wie immer viel zu viele Fotos und selbst nach dem Aussortieren sind es noch zu viele für diesen Post... Ich habe mein Bestes versucht!

Perito Moreno Panorama mit Nadine, um die Dimension des 30km breiten Gletschers zu erfassen.
Wer genau hinschaut erkennt den riesigen Eisberg, der gerade am rechten Ende abbricht!!

Nicht zu vergessen ist, dass mein Polfilter an diesem Tag zum ersten Mal dauerhaft auf meinem Objektiv blieb und den Himmel vor den Bergen ins blaue Schoss. Alleine für diesen Tag hatte sich die Anschaffung des guten Stücks gelohnt.

Eisbergexplosion am Perito Moreno

Am späten Nachmittag (in Argentinien 18 Uhr) kehrten wir nach El Calafate zurück, futterten ein paar Empanadas und dann lief ich noch durch das Naturschutzgebiet am Ufer des Lago Argentino, das am 1.1. freien Eintritt anbot. 
Zwar war das nicht annähernd so spektakulär wie der Gletscher, aber "einem geschenkten Gaul, schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul" und mal wieder ein paar Flamingos zu sehen konnte ja nicht schaden.

Das kleine Vogelschutzgebiet vor dem leuchtend türkisen Lago Argentino.

Flamingos in El Calafate

Am nächsten Morgen ging es dann früh raus und im Bus über die Grenze nach Chile in das kleine Städtchen Puerto Natales, das als Sprungbrett für den weltberühmten Torre del Paine Nationalpark fungiert.
Wie bereits anzunehmen, war das Wetter auf der Busfahrt und bei der Ankunft recht gut und die Wettervorhersage für die kommenden Tage dafür umso schlechter! Dazu mehr im nächsten Teil unserer Reise...

"en route" nach Chile...


Fortsetzung folgt im Teil 5...




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