Donnerstag, 17. Januar 2013

Patagonien // Argentinien - Chile (Teil 7)

Fortsetzung zu "Patagonien // Argentinien - Chile Teil 6"
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Iguazú

Die letzte Etappe unserer Reise, waren die Wasserfälle von Iguazú, die direkt an der brasilianischen Grenze lagen und deren Nationalpark sich die beiden Länder teilen. 

"la garganta del diablo" (dt. Der Rachen des Teufels) - Das Highlight der Argentinischen Seite.

Beide Nationalparks bieten ein komplett unterschiedliches Erlebnis der Wasserfälle, wobei man es am kürzesten so zusammenfassen könnte: Argentiniens Seite - nah dran oder mittendrin; Brasiliens Seite - Panoramasicht. Detaillierter werde ich das ganze weiter unten beschreiben. Um von Buenos Aires nach Iguazú zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt den 24h Bus oder fliegt in 45 Minuten. Da für uns die Flüge mit dem LAN Southamerica Pass super günstig waren, flogen wir mal wieder und bezahlten für die Flüge sogar weit weniger, als der Bus gekostet hätte.


Tag 1: Argentinischer Nationalpark

Wasserfälle von Iguazú 

Das Klima in Iguazú ist recht tropisch, was nicht bedeutet, dass immer die Sonne scheint, sondern vor allem das es sehr heiß ist und die Luftfeuchtigkeit nahezu erdrückend ist. Die Tage vor unserer Ankunft hatte es wohl ordentlichst geregnet und wir sahen uns schon im Regen durch den Nationalpark waten. Doch endlich einmal hatte uns das Wetter keinen Streich gespielt und es war zwei Tage trocken, mit bester Sicht und strahlend blauem Himmel. 

Nadine genießt den Ausblick

Wir nahmen den ersten Bus in den Park auf der argentinischen Seite und gehörten somit zu den ersten Besuchern im Park. Als wir gerade die kleine Bahn besteigen wollten, die uns zum "Rachen des Teufels" brachte kam ein Arbeiter des Parks zu mir, der wohl meine Kamera gesehen hatte. Er meinte, wir sollen doch zuerst den unteren Rundweg machen, dort sei es gerade perfekt für Fotos. So entschieden wir uns für den unteren Rundweg. Der Tipp war Gold wert, denn nicht nur das Licht und der Stand der Sonne waren perfekt für Fotos, sondern wir waren zudem komplett allein auf diesem Rundweg, da alle anderen Besucher sich zuerst für den oberen Teil entschieden hatten.


Beim unteren Rundweg bekommt man die Wasserfälle meist recht nah geboten. Oft steht man direkt vor den Wasserfällen, wodurch die enorme Größe der Fälle erst richtig deutlich wird. Sucht einfach Nadine auf dem Foto unten und ihr seht wie riesig dieser Wasserfall ist. Zum anderen bekommt man die Wasserfälle aus vielen verschiedenen Perspektiven geboten und in unserem Fall war es besonders schön, alleine auf den Wegen entlang zu schlendern ohne Touristenmassen zu haben.

Nadine in Relation zu einem der Wassefälle



Nachdem das Boot zur kleinen Insel zwischen den Wasserfällen wohl an den vorherigen Tagen aufgrund des Regens nicht fahren konnte, hatten wir Glück, dass es wieder operierte und wir zudem die ersten waren, die an diesem Tag auf die Insel kamen. So standen wir fast alleine unter einem Regenbogen am Tag unseres fünfjährigen Jubiläums...


"Unter dem Regenbogen" - an diesem Tag waren wir genau 5 Jahre zusammen.

Punkvogel

Punk

Nach unserer Inselpause und dem abgeschlossenen unteren Rundweg gings weiter auf dem mittleren Rundweg, auf dem man meist direkt von oben die Wasserfälle hinunterschauen konnte oder über Brücken über sie hinweg lief. In der Ferne konnte man ab und zu schon einen Blick auf den "Rachen des Teufels - "la garganta del diablo" erhaschen.

Wasserfall von oben

Nasenbärenfamilie auf der Suche nach Touris...

Tukan etwas versteckt hoch oben im Baum.

Brasilianische Seite und Garganta del Diablo in der Ferne.

Der krönende Abschluss der argentinischen Seite erwartete uns dann nach einer kurzen "Zugfahrt" und einem kleinen Spaziergang. "La garganta del diablo", sah beim ersten Blick von oben noch recht unscheinbar und friedlich aus. Doch als wir dann auf der Plattform direkt darüber standen, war klar woher der Name rührte. 

Garganta del Diablo - "Rache des Teufels" noch recht unscheinbar aus der Ferne...

Die Größe des Teufelsrachens und das damit verbundene Getöse des herabstürzenden Wassers ist auf den Fotos nur schwer zum Ausdruck zu bringen. Das erste Bild dieses Posts schafft es zumindest die Größe ein wenig besser einzufangen, aber das Gefühl dort oben auf der Plattform zu vermitteln ist unmöglich. Alleine dieser Moment war der ganze Aufwand für nur zwei Tage Wasserfälle wert.

Der "Rachen des Teufels" aus der Nähe.

Früher konnte man einen lokalen Ruderbootfahrer mieten, der in seinem Bötchen dann bis an die Kante des "Teufelsrachens" fuhr, um einem eine noch bessere Sicht zu bieten. Man kann sich vorstellen, wie stark die Strömung des Wasserfalls dort oben sein mag und wie stark man rudern muss, um gegen die Strömung anzukommen... Es war also vorprogrammiert, dass dies nicht immer gut gehen konnte und so stürzte eines Tages ein Boot samt Ruderer und seinen teils deutschen Touristen in den Schlund des Teufels hinunter. Seitdem wurde dieses "kleine" Abenteuer aus dem Programm genommen... 


Tag 2: Brasilianischer Nationalpark

Am zweiten Tag stiegen wir früh morgens in den Bus, der uns über die Grenze zum brasilianischen Nationalpark der Wasserfälle brachte. Nach ein wenig hin- und her überlegen, ob es das wirklich wert war, entschieden wir uns dafür. Ob es das wert war haben wir für uns bis heute nicht ganz entschieden, aber vermutlich kann man gerade deshalb sagen, dass es sich wohl gelohnt hat, obwohl die argentinische Seite weit spektakulärer ist und sicher auch ein wenig entspannter. Größer Vorteil  - man bekommt eine perfekte Panoramasicht über die gesamten Fälle nur auf der brasilianischen Seite.

Panoramasicht über die Wasserfälle von der brasilianischen Seite aus.

Auf der brasilianischen Seite muss man sich nur recht spärlich bewegen. Man setzt sich in einen Bus, der einen an den Startpunkt eines zwei Meter breiten Weges bringt, auf dem so viele Menschen gleichzeitig gehen, dass es eher dem Anstehen an einer Achterbahn in einem Vergnügungspark gleicht.

"La garganta del diablo" von der brasilianischen Seite gesehen.

Ab und an gibt es dann eine kleine Aussichtsplattform, auf der man noch länger ansteht um ein kurzes Foto zu schießen, das man später in Ruhe betrachten kann, um den Moment ein wenig mehr zu genießen, als im "echten" Moment im Nationalpark.

Panoramaaufnahme der Wasserfälle

Der Höhepunkt ist eine Steg der zu einer Plattform direkt über dem Wasserfall führt. Um bis zur Plattform zu kommen (die es wirklich wert ist), steht man mindestens eine Stunde in der Schlange an. 

Das Highlight der brasilianischen Seite. Eine Plattform über den Wasserfällen.

Auf der Plattform selbst stand ich dann noch einmal mindesten 15 Minuten an um ein Foto von den Wasserfällen von dort zu machen. Wie schon geschrieben, die Sicht war natürlich einzigartig, aber entspannt ist etwas anderes...


Sicht von der Plattform in Richtung "Teufelsschlund".

Nachdem man also auf diesem Steg das Highlight der brasilianischen Seite hinter sich gebracht hatte, stellt man sich am Aufzug an, der einen nach oben bringt auf eine Aussichtsplattform, von der man die mit Abstand beste Sicht über die kompletten Wasserfälle auf den Seiten beider Länder geboten bekommt. Da von dort die Busse einen auch wieder zurück zum Eingang bringen, hatten wir hier die meiste Ruhe, die Wasserfälle zu genießen. Fazit ist also: Die Aussicht ist es wert, aber die argentinische Seite ist weit entspannter und natürlicher gestaltet.

Sicht von der höchstgelegensten Aussichtsplattform über die Wasserfälle.

Am Ende suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und warteten auf den Bus zurück nach Puerto de Iguazú. Dort gönnten wir uns ein leckeres selbstgekochtes Abendessen und flogen am nächsten Morgen zurück nach Buenos Aires.

Chillen im Schatten

Unseren letzten Tag verbrachten wir gemütlich in Buenos Aires. Wir spazierten durch ein paar Teile der Stadt, die wir noch nicht besucht hatten, chillten ein wenig im Botanischen Garten und besuchten am Abend noch eine Tangoshow mit Abendessen als Abschluss der Reise.

Tangoshow im "Café de los Angelitos" in Buenos Aires

Alles in allem war es eine schöne Reise mit vielen verschiedenen Eindrücken, die selbst durch das mäßige Wetter in Patagonien nicht getrübt werden konnte. Wenn man sich die Karte Argentiniens anschaut, haben wir nur einen mini kleinen Bruchteil des Landes bisher gesehen. Es gibt also noch viel zu entdecken, aber zuerst einmal stehen andere Länder auf unserem "Plan" und natürlich möchten wir auch unser letztes halbes Jahr in El Salvador noch ausgiebigst genießen...

Strand von El Salvador östlich von La Libertad aus der Luft.

Wer schon einmal nach El Salvador geflogen ist, weiß, dass der Landeanflug stets "ein wenig" wackelig ist. An diesem Tag im Januar hatten wir den verrücktesten Anflug bisher, bei dem das Flugzeug teilweise mehrere Meter absagte und vom starken Wind hin und her gewackelt wurde. Dafür hatten wir eine geniale Sicht auf die Schätze des Landes, wie man auf den Bildern hier sehen kann. Eine schöne Einstimmung auf das letzte halbe Jahr El Salvador!

Lago Ilopango mit Vulkanen im Hintergrund.



Ende "Patagonien // Argentinien - Chile"


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